In den 1930er und 1940er Jahren war der Schalker Kreisel weltberühmt. Die Gebrüder Hans und Fred Ballmann brachten die Spielweise in die Stadt der 1000 Feuer, die sie lernten während sie in der Nachkriegszeit in Großbritannien gearbeitet haben. In Schottland war das Kurzpassspiel zu der Zeit gang und gebe, im völligen Gegensatz zum Kick and Rush in England. Kuzorra, Szepan und Konsorten spielten viele kurze Pässe und liefen sich aktiv frei. Eine Revolution auf den Fußballplätzen damals.
Heute würden wir eine solche Spielweise wohl Tiqui Taca nennen. Der FC Barcelona ist also eigentlich nur eine Kopie der Schalker von vor 70 Jahren…

Die Königsblauen wussten damals schon zu begeistern. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass weite Teile des Publikums nicht wirklich nachvollziehen konnten, was da eigentlich auf dem Platz passiert. Das Spiel wurde seit dem eher komplexer. Viele Schalker sind begeistert von oder fluchen über ihre Mannschaft und können oft gar nicht so recht sagen warum. Dieser Blog wurde gegründet um dem Abhilfe zu schaffen. Es werden Daten und Taktik analysiert. Das mag irritierend wirken, aber das macht ja nix. Das Ziel ist schließlich nicht irgendjemanden zu erleuchten, sondern eine weitere Perspektive zu liefern.

Mach watt’e wills, aber watt is‘n Halbfeld?

Das Halbfeld ist der Bereich des Spielfelds zwischen der Mittellinie und dem gegnerischen Strafraum. Hohe Pässe in den Strafraum aus diesem Bereich und eben nicht von der Nähe der gegnerischen Grundlinie haben oft was von blindem Aktionismus und sind selten von Erfolg geprägt. Der Grund dafür ist recht simpel: Diese Halbfeldflanken sind schwer zu verwerten, dafür aber leicht abzufangen.

„Wenn man das fußballerische Offensivspiel als fruchtbares Ackerland betrachtet, ist die schnelle Halbfeldflanke wohl so etwas wie das hässliche Unkraut, das an den Rändern gedeiht. Man kann es ohne großen Aufwand züchten, aber wenn man sich davon ernähren will, muss man ziemlich viel davon fressen.“
Spielverlagerung.de

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt.

Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.