Halbfeld­flanke

Von Räumen und Kombinationen. FC Bayern München – FC Schalke 04, 3:0

Schalke verlor im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München deutlich. Von Schalkern wurde anschließend viel geschimpft. Teilweise nachvollziehbar, teilweise nicht so ganz. Die Analyse geht dem Spiel ein bisschen auf den Grund.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Matchplan

Was Weinzierl vorhatte, hat er in der Pressekonferenz zu Protokoll gegeben. Der Rest wurde durch die Aufstellung deutlich. Schalke wollte aggressiv in die Zweikämpfe gehen und den Bayern keine Meter schenken. Ziel war es sich in den engen des Spielfelds zu behaupten und wann immer möglich nach vorne zu preschen.

Darum stand Max Meyer in der Startelf, doch darauf gehe ich später nochmal genauer ein. Darum stand auch Nastasic zentral in der 3er Kette. Badstuber und Höwedes sind viel stärker im Spielaufbau und das kann gegen die Bayern zentral eh nicht funktionieren, sondern sollte direkt über Flügel und Halbräume geschehen. Gleichzeitig kann Nastasic aus dem Zentrum dann seine weiten Diagonalbälle in beide Richtungen spielen und alles abräumen was dem eigenen Strafraum zu nahe kommt.

Der Plan ist sinnvoll und erfolgsversprechend. Ganz ähnlich konnte Schalke den Bayern kürzlich erst einen Punkt abtrotzen. Aber irgendwas war anders…

Spaßbremse

Die Bayern nämlich. Pünktlich zur heißen Phase deren Saison hat Carlo Ancelotti die Mannschaft in Topform gebracht. Die Münchner legten ein Spiel hin, wie ich es von denen in dieser Saison noch nicht gesehen habe. Unfassbar stark.

Prinzipiell machten sie da auf, wo Hoffenheim gegen Schalke aufgehört hat. Und legten noch 2-3 Schüppen drauf. Sehr hohes Pressing, dabei sehr konsequent und beweglich. Wann und wo immer ein Schalker in Ballbesitz kam, wurde er angelaufen, meist zu zweit. Dabei verwickelten sie die Schalker auch immer wieder in Zweikämpfe, wovon sie 60,2% am Boden und 69,2% in der Luft gewannen. Das sind gigantische Werte. Sie legten faktisch das gesamte Spiel in die Schalker Hälfte, von einzelnen tiefen Aufbausituationen oder den wenigen Schalker Kontern die es über die Mittellinie schafften mal abgesehen.

Franck Ribéry legte dabei auf dem extrem hohen Level noch ein Glanzlicht hin. Der Spieler, der bei mir persönlich so beliebt ist wie kalte Füße war das größte Problem für Schalke, weil er überall rumwuselte. Immer wieder tauchte er zentral völlig frei auf, tauschte Positionen mit Arturo Vidal oder beide düsten einfach vogelfrei über den Platz. Dass Robert Lewandowski vorne überall ist, brauche ich wohl gar nicht erwähnen.

Schalke Delta

In der Mathematik nennt man den Unterschied zwischen zwei Werten oder Zuständen ein Delta. Das Schalke Delta an diesem Abend war der Unterschied zwischen dem was geplant war und dem was umgesetzt wurde.

Schalke kam überhaupt nicht in irgendwelche Zweikämpfe aus der Defensive. Die Bayern waren viel zu schnell, der Ball flog förmlich von Spieler zu Spieler, Schalker guckten hinterher. In Ballbesitz dann das komplette Gegenteil, Schalke wurde überall direkt belagert, konnte sich selbst gar keine Luft verschaffen. Alle Zuspielstationen waren zugestellt, weite Bälle und Abschläge wurden nahezu alle abgefangen, an zweite Bälle war gar nicht zu denken.

Selbst im eigenen Aufbau am Flügel direkt vor dem Schalker Strafraum hatten die Bayern meist Überzahlsituationen aus denen sich Königsblau nur sehr schwer befreien konnte, wenn überhaupt. Meist war der Ball dann direkt wieder weg. Schalke kam nicht in Zweikämpfe und verlor diejenigen, in die Schalke nicht wollte. Der Plan war gut, für die Umsetzung war der Gegner zu stark.

Schalkes Spiel

Viel wurde über Benny Höwedes herausrücken diskutiert. Über die gesamte Spieldauer hat er das ständig gemacht, und das war gut so. Er hat so nämlich Ribery unter Druck gesetzt, der immer wieder völlig frei im Halbraum stand. Häufig schaffte er es so, Druck von der Verteidigung zu nehmen, zwei Mal machte er so ein Gegentor möglich.

Darüber hinaus wurde besonders Thiago als Gefahrenherd ausgemacht und konsequent in Deckung genommen. Meist kümmerten sich Bentaleb oder Stambouli direkt um ihn. Und das sogar relativ erfolgreich, dessen Einfluss auf das Spiel hielt sich arg in Grenzen. Dafür konnten dann viele andere glänzen.

… im Raum

Die Frage die sich natürlich stellt ist: Wie war all das möglich? Und hätte es vielleicht vermieden werden können? Möglich war es in erster Linie dadurch, dass die Bayern eine unfassbar starke Partie abgeliefert haben. Vermutlich können wir das auf die erste Halbzeit begrenzen, aber damit war das Spiel ja eh um. Der Schlüssel für die Bayern war aber über das starke Kombinationsspiel die Raumorientierung Schalkes auszuhebeln. So wie es Hoffenheim drei Tage eher vorgemacht hat.

Weinzierls Schalke ist eines der am wenigsten mannorientierten Teams der Bundesliga. Breitenreiter noch hatte auf Schalke eine sehr starke Mannorientierung implementiert. Das ist jetzt anders. Schon häufiger habe ich hier beschrieben, wie sehr sich Schalke am Raum orientiert und so viel mehr mit Deckungsschatten arbeitet als mit Manndeckungen. Schön zu sehen ist das am Beispiel der Flügelspieler Kolasinac und Schöpf. Je nach dem positionieren sie sich mal hoch, mal tief. Mal wirkt es als seien sie ein Teil der Abwehrkette, kurz danach als wären sie Teil des Angriffverbunds. Gerne auch pendelnd oder irgendwo zwischen den Extremen.

Früher war alles Manndeckung, besonders die Bundesliga hat immer eine große Vorliebe dahingehend gehabt. Um sich seinem Bewacher zu entledigen wurde der Ball laufen gelassen, das Kombinationsspiel ward erfunden. Um sich nicht so leicht aushebeln zu lassen fingen dann Verteidiger an im Raum zu decken, wer also in einer gewissen Zone steht, wird bewacht. Das ist etwas komplizierter, weil jetzt Spieler übergeben werden müssen und als Gruppe (etwa die Kette, Details siehe Ballorientierte Verteidigung mit Abwehrketten) agiert werden muss, aber nur so kann Kombinationsspiel sinnvoll gestoppt werden.

Die Grundidee Weinzierls hier ist also völlig adäquat. Das Problem war zum einen, dass die Intensität nicht stimmte (und das hat er ja auch nach dem Spiel bemängelt) und zum anderen, dass das Kombinationsspiel der Bayern wirklich extrem gut war. Den perfekten Pass kannst Du nicht verteidigen.

Ich habe viel von Schalkern gehört und gelesen, dass das ein gruseliges Spiel war und Schalke eine blamable Leistung abgegeben habe. Ganz ähnlich wie schon zur Hoffenheim Partie. Ich möchte hier vehement wiedersprechen. Sowohl die TSG als auch der FCB hier haben die eigene Saisonbestleistung abgeliefert. Schalke stemmte sich jeweils mit allem dagegen, was es hatte. Gegen Hoffenheim reichte es zu einem Punkt, gegen die Bayern nicht. Klar, fehlte Intensität, und klar war auch irgendwie der Wurm drin. Nach einem Nackenschlag in der 3. Spielminute geht halt so einiges auch einfach nicht mehr so leicht von der Hand. In der Form gewinnen die Bayern aber die Champions League und wer glaubt, dass Schalke so weit ist einen CL-Kandidaten das Wasser zu reichen hat vielleicht die aktuelle Situation nicht ganz verstanden.

Max Meyer

In der letzten Zeit wurde viel über Max Meyer diskutiert, besonders jetzt nach diesem Spiel. Er wurde eingesetzt, weil er sich umzingelt von Gegenspielern gut behaupten kann, den Ball vor allem, um anschließend Angriffe sauber einzuleiten. In der ersten Halbzeit ging jeder Angriff, bei dem nicht nur irgendwer mit Ball nach vorne Marschiert ist über Meyer. Er spielte ein paar sehr kluge Pässe. Natürlich auch einen extrem dämlichen, der zum 3:0 führte.

Max Meyer ist kein Zweikämpfer. War er noch nie. Wird er auch nie. Hat er überhaupt nicht die Physis zu. Er kann Spieler anlaufen und so unter Druck setzen, aber alles was darüber hinaus geht war noch nie seine Kernkompetenz. Dazu hatte er noch die Aufgabe vorne die Bälle zu verteilen, besonders auf Burgstaller, der ja eigentlich gar kein Stoßstürmer ist und in dem Spiel regelrecht verhungerte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte er 6 Ballkontakte, 4 davon nach Anstößen.

Meyer ließ sich in diesem Spiel, um bereit dafür zu sein Angriffe einzuleiten, nur selten weit nach hinten fallen. Und dort stellte er in erster Linie Räume zu. Weinzierls Kritik nach dem Spiel, Meyer habe nur 6 Zweikämpfe geführt und davon lediglich einen gewonnen stößt bei mir entsprechend auf Unverständnis. Erstens, kam niemand aus der Mannschaft in Zweikämpfe. Zweitens, wurden insgesamt kaum Zweikämpfe gewonnen. Drittens, gewinnt Meyer eh nie Zweikämpfe. Viertens, war Meyers Rolle für offensive Durchschlagskraft zu sorgen.

Selbstverständlich hätte er und müsste er doch und sowieso. Das eigentliche Problem bei Max Meyer ist doch aber im Moment, dass Weinzierl noch nicht geschafft hat ihn sinnvoll ins System zu integrieren. Gegen Hoffenheim kürzlich hat er Schalke nochmal weiter nach vorne gebracht. In genau der gleichen Rolle.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Max Meyer bei der EM2020 den gleichen Einfluss auf den Titelgewinn haben wird, wie Özil es bei der WM2014 hatte. Der junge ist sau stark. Und wenn Weinzierl eins immer geschafft hat ist es die Spieler entsprechend ihrer Stärken ins System zu integrieren. Das wird hier auch klappen und dann werden wir noch viel Freude an der neuen Version eines Blondschopfs mit starker Technik und schlauen Pässen haben…

Fazit

Grämt Euch nicht. Ich glaube Schalke kann aus dieser Partie sehr viel lernen. Der Gegner war Bockstark und hatte einen Sahnetag erwischt. Mir ist lieber das Glück wurde gespart und kann dann in der EL verteilt werden.

Fest steht aber auch, Schalke muss an der Intensität arbeiten. Zweikämpfe müssen konsequenter geführt werden. Pässe müssen auch unter Druck besser an den Mitspieler gebracht werden. Das Pressing muss gestärkt werden um sich Gegner besser vom Leib zu halten und Bälle einfacher zu gewinnen. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn… aus Mönchengladbach. 😉

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt.

Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

Kategorie: Spielbericht

Gewonnen ohne zu siegen. Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04, 2:2 » « Hoffenheims Kombinationsmaschinerie fordert Schalke. FC Schalke 04 – TSG Hoffenheim, 1:1

19 Comments

  1. Das nenne ich mal runter kühlen der Schalker Aufgeregtheit. Lange wurde nicht mehr so gegen die Mannschaft gewettert, wie nach diesem Spiel. Und dann kommt deine sachliche und unaufgeregte Analyse. Toll, dass du aufgeregte Diskussion mit in deine Analyse einbezogen hast. Danke.

    • Oh, das freut mich sehr zu hören. Vielen Dank für das Kompliment. 🙂

    • Hätte es nicht besser schreiben können. Vor allem beim Nebensatz „dass Schalke so weit ist einen CL-Kandidaten das Wasser zu reichen hat vielleicht die aktuelle Situation nicht ganz verstanden.“, habe ich nickend vor dem Bildschirm gehockt. Auch von meiner Seite vielen Dank.

  2. „Fest steht aber auch, Schalke muss an der Intensität arbeiten. Zweikämpfe müssen konsequenter geführt werden.“

    da stimme ich dir zu und gerade das hat heute leider in gruseliger Weise nicht funktioniert. Mitte der Halbzeit stand Schalke in den Zweikämpfen bei knapp über 30%. Ich habe noch nie irgendeine Mannschaft so schlecht, falsch und dumm Zweikämpfe führen sehen wie unsere Schalker heute. Vielleicht war Thilo Kehrer noch die Ausnahme. Und heute lag es auch nicht am starken Gladbach. Zum Schämen.

  3. Hallo Karsten, erstmal vielen Dank für Deine Analyse. Normalerweise lese ich Deinen Blog, finde es sehr interessant und hilfreich. Diesmal stört mich Deine Begeisterung über das Spiel der Bayern. Für mich sind die Bayern, das was für andere RB Leipzig oder Dortmund sind.
    „Sowohl die TSG als auch der FCB hier haben die eigene Saisonbestleistung abgeliefert“, Ich denke, daß dieser Satz von Dir so nicht zutrifft. Es hängt doch auch immer vom Gegner ab, wie man selbst auftritt und ich fand Schalke gegen die Bayern einfach auch schwach, Schalke hat dieses Spiel zugelassen, vor allen Dingen auch noch in der zweiten Halbzeit. Ich hatte meine erste Schrecksekunde schon, als ich merkte, dass Nastasic in der Mitte der Dreierkette spielte und Badstuber links. Badstuber hat eine überragende Spielübersicht und hatte mir gegen Hoffenheim, wo ich in der Arena in der Ostkurve in der zweiten Halbzeit, einen sehr guten Blick hatte, sehr gefallen, ausser beim Gegentor. Ich denke, dass die gute Leistung von Benni, auch durch das gute Zusammenspiel mit Badstuber, zustande kam.
    Zu Max Meyer: Ich lese sowas unheimlich gern, den Vergleich Özil und Max Meyer. Ich sehe das genauso. Nur Max Meyer hat ein grosses Problem auf Schalke. Nach Keller, kam kein Trainer mehr, der ihn gefördert hat. Di Matteo, Breitenreiter, Weinzierl, alle setzen auf Defensive und kontern und kontern auch nur halbherzig, ohne grosses Riskio, die Ordnung zu verlieren. Den Fehler beim dritten Tor würde ich auch nicht Max Meyer anlasten wollen. Er stand unter großem Druck, gegen anlaufende Bayernspieler, passt dann in Richtung Stambouli und der stolpert schon vor der Ballannahme, so habe ich das jedenfalls gesehen.
    Am meisten gestört hat mich die Aussage von Weinzierl, dass Max Meyer als Nationalspieler zu wenige Zweikämpfe gewonnen hat, hast Du ja auch thematisiert. Das Max Meyer zudem schlecht angelaufen sei. Nur was soll er machen? Hinten bei den Bayern waren nicht nur Hummels und Martinez, da war auch noch Manuel Neuer, da ist das einfach Quatsch, da Ballgewinne zu erwarten, wenn nur Burgstaller und Max anlaufen. Da wäre es sicher besser gewesen, Passwege zu verstellen. Caliguiri ist dann in der zweiten Halbzeit dem Trainerwunsch mehr gefolgt und hat wenigstens so getan, als wenn er anlaufen würde. Bei Max merkt man dann halt, dass der das für Unsinn hält. Das Gladbach Spiel konnte ich nicht sehen. Aber, dass Weinzierl , nach der Niederlage gegen Gladbach einen größeren Zusammenhalt fordert, selbst aber nach dem Bayern Spiel einen einzelnen Spieler schlecht macht, ist für mich eine Unmöglichkeit und der Anfang vom Ende Weinzierls in Schalke.

    Vielen Dank nochmals für Deine Arbeit in Euerem Blog
    und pass bitte auf, nicht dass Du Dich zu einem Bayern-Fan entwickelst.

    • Hallo Zeitspieler,

      Ich kann Dich beruhigen, zum Bayern Fan werde ich nicht. Gleichzeitig finde ich, egal wie unsympathisch ein Club sein mag, wenn sie gut spielen darf man das auch eingestehen. Sowohl Hoffenheim als auch die Bayern haben ihr A-Game gebracht. Das haben so auch verschiedene Teile meiner Timeline über deren Teams gesagt (als wäre das ein Beweis).

      Klar, Schalke war nicht super. Aber zu einer Höchstleistung muss man auch gebracht werden.
      Die Ordnung in einer 3erKette halte ich übrigens gemeinhin für überschätzt. Aber da gehe ich vielleicht ein andermal drauf ein.

      • Da wäre auch mal meine Frage…mit der langsamen Rückkehr von di Santo. Würdest du wieder zum 4-2-3-1 wie gegen Augsburg und Salzburg zum Anfang der Saison zurückkehren oder lieber weiter dran rumwerkeln, endlich eine durchgängige Verbindung im 5-3-2 zu bekommen?

      • Ich persönlich glaube nicht, dass das 4-2-3-1 besser zum Kader passt als das 5-3-2. Aber auch darauf kann ich ja demnächst mal etwas genauer eingehen.

  4. Hallo Karsten, danke für Deine Antwort. Würde mich freuen, wenn Du die Ordnung in der 3er Kette irgendwann mal analysierst. Ich halte die für wichtig, alleine schon wegen der Abseitsfalle.

  5. @Karsten
    „Und wenn Weinzierl eins immer geschafft hat ist es die Spieler entsprechend ihrer Stärken ins System zu integrieren.“
    Genau das,finde ich, zeigt er gerade nicht: bspw. Geis, Kono, Meyer & Chupo (je nachdem welcher Teil der Saison). Weiter find ich die eklatante Standardschwäche extrem verwunderlich. Wenn ich doch über einen längeren Zeitraum ein vermeintliches „Sturmproblem“, gleichzeitig aber auf dem Platz so viel kopfballstarke Spieler habe, sind Standards doch ein probates Mittel für den Erfolg. Auch die gewollte Fokussierung auf die Flügel (bspw. gg Gladbach) find ich mit diesen Spielern und diesem System suboptimal.
    Ein weiteres Gegenargument meine ich, ist der Aufbau über die 3er-Kette. Abgesehen davon, dass sich Naldo schonmal darüber beschwert hat, zeichnet sich ausser Badstuber, der ja auch noch Praxis und Zeit braucht, um seine Topform zu erreichen, keiner der IV durch gehobenes Passspiel aus. Ich finde, dass es gegen manche Mannschaften einem Ritt auf Messersschneide gleicht, wenn Schalke im ersten Drittel gut gepresst wird.

    „Sowohl Hoffenheim als auch die Bayern haben ihr A-Game gebracht. “
    Beide haben sicherlich gute bis sehr gute Spiele gemacht, trotzdem hat Schalke schon seinen Teil dazu beigetragen. Es ist ja auch nicht so, dass es die beiden einzigen schlechten Spiele gewesen sind. Der Trend ist mittlerweile hundsmiserabel, zB: http://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/formtabelle/wettbewerb/L1?saison_id=2016&min=13&max=24

    „Schalke muss an der Intensität arbeiten. Zweikämpfe müssen konsequenter geführt werden.“
    „… wie sehr sich Schalke am Raum orientiert und so viel mehr mit Deckungsschatten arbeitet als mit Manndeckungen. Schön zu sehen ist das am Beispiel der Flügelspieler Kolasinac und Schöpf. Je nach dem positionieren sie sich mal hoch, mal tief. “
    Genau das schafft Schalke in der Defensive oft nicht . Ähnlich wie im Spielverlagerung-Link dargestellt sehe ich ein schlechtes Verhältnis zwischen meist passiven Pressing/Anlaufen und Räume zustellen in vorderster Reihe, wobei va auf den Aussen enorme Abstände bestehen, die nur durch (zu) späte, (zu) lange und kraftraubende Anläufe kompensiert werden können. Da der Druck bzw. Deckungsschatten meist zu spät aufgebaut werden kann, ist es ein leichtes, sich dessen zu befreien bzw. zu überspielen. Ich empfinde es als Ineffizient und tlw. frustrierend.

    • Hi aloha,

      Hmmm, ich glaube wir sind nicht ganz einer Meinung. Geis etwa empfinde ich als extrem gut entsprechend seiner Stärken eingebunden. Choupo passt im groben eigentlich auch finde ich. Und auch Meyer hat da schon gute Spiele gemacht. Nur eben nicht, wenn die ganze Mannschaft auseinanderfällt oder der Matchplan nicht aufgeht. Gleichzeitig passen die Rollen für Kola und Schöpf etwa wie Arsch auf Eimer.

      Beim letzten Punkt bin ich zwar nicht ganz sicher was Du meinst, was Schalke in der Defensive oft nicht schafft, aber ich bin bei Dir, dass das Pressing nicht gut balanciert ist.

  6. ps. Vielen Dank für die tollen Artikel! Freue mich immer wieder.

  7. Ich glaube leider, dass Max Meyer innerlich gekündigt hat.

  8. Eine Frage zur GI-Grafik. Was bedeutet die Lila-Linie?

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