Halbfeld­flanke

Probleme mit der Pressingresistenz. RB Leipzig – FC Schalke 04, 2:1

Darüber, wie ein Bulle mit Flügeln zur Schwalbe wurde, werdet ihr hier nicht viel finden. Auf Halbfeldflanke versuche ich den Fußball zu analysieren. Es geht hier nicht um Plastikclubs oder Traditionsvereine. Und es gibt hier auch keine Diskussion über den unsäglichen Strafstoß oder Timo Werners Verhalten rund herum oder sonst irgendwas in den ersten Sekunden. Der Text bezieht sich auf die restlichen 89 Minuten, auf ein Spiel in dem Schalke große Probleme hatte.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Die Grundformationen zu Spielbeginn.

Sport mit Ball auf Rasen

Es gibt da in Österreich einen Mann. Der war mal Zahnpastavertreter und Verkauft heute ein Image in Form von Brause. Dafür setzt das Imperium, das er dafür aufgebaut hat, auf Extrema. Viele Athleten bekommen Sponsorenverträge für besonders waghalsige Manöver. Es geht darum aufzufallen und an Leistungsgrenzen zu gehen. Diesem Imperium gehört auch eine Fußballsparte an und auch hier geht es ums Extreme. Extremes Pressing.

In Salzburg wird damit schon seit Jahren die Liga beherrscht. Aus dieser Schule sind auch schon Trainer und Spieler nach Deutschland gelangt, die diese Spielweise dann einbrachten. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich Leverkusens Head-Coach Roger Schmidt. Schon seit 2014 lässt er dort nach RedBull Philosophie spielen. Extrem hohe Intensität, viele Zweikämpfe, krasses Pressing und ein ansatzloses Umschaltspiel in den Angriff. Damit räumte Leverkusen letzte Saison in der Liga auf und Leipzig jetzt gerade.

Natürlich ist die Spielweise gepaart mit gut eingekauftem Personal. Die Spieler in Leipzig haben alle eine hohe Qualität. Durch enge und kompakte Spielweise, gepaart mit aggressivem Pressing, wird der Gegner dann so unter Druck gesetzt, dass bei Ballbesitz blitzschnell gekontert werden kann. Dabei steht die Mannschaft dermaßen eng und kompakt, dass nahezu überall auf dem Feld eine (teilweise deutliche) Überzahl hergestellt werden konnte. So wird jeder Gegner in die Knie gezwungen. Brute Force, wenn man so will, Klopps Vollgas-Fußball konsequent weiterentwickelt.

Leipzig spielt getreu der Philosophie nur in Details anders als Salzburg, bzw. jetzt unter Hasenhüttel jetzt prinzipiell genauso wie letztes Jahr unter Rangnick. Das System ist ein 4-2-2-2 mit klarer Aufteilung vor der 4er Kette, zwei zentrale Mittelfeldakteure, zwei Flügelspieler, zwei Stürmer. Gepresst wird ab 5 Metern vor dem Mittelkreis. Dann aber intensiv und mit allem verschieben und aufrücken. Nach Ballbesitz dann natürlich schnell und direkt zum Tor.

Um die Schalker 3er Kette sinnvoll unter Druck setzen zu können zog Forsberg stark ins Zentrum. Halstenberg, der Außenverteidiger hinter ihm, rückte dann weiter auf und übernahm die Flügelposition, so dass sich ein etwas asymmetrisches Bild ergab, welches aber gut zur Schalker Aufstellung passte, da Gegenspieler Schöpf ja seinerseits recht allein auf dem Flügel war.

Club für mit Füßen gespielten Ball

Mit der gleichen Aufstellung wie gegen Darmstadt, aber im System etwas anders. Die 3er Kette stand deutlich enger zusammen und die Flügelstürmer waren sehr zurückhaltend, so dass man mehr als zuletzt von einer 5er Kette sprechen könnte. Dazu stand Geis deutlich höher als zuletzt und suchte eher Kontakt zu den beiden 8ern.

Schalke konnte sich auf seine Endverteidigung verlassen, wusste aber auch, je näher zum Tor die Hausherren den Ball gewinnen, desto gefährlicher werden sie. Darum zogen die Knappen das bekannte Mittelfeldpressing auf. Ebenfalls kurz vor dem Mittelkreis wurde der Spielaufbau von Choupo-Moting und Meyer attackiert, das Spiel auf die Flügel geleitet, wo sich Leipzig eh am wohlsten fühlt und dort mit dem 3er Mittelfeld stark hin verschoben. Besonders in der ersten Halbzeit funktionierte das ganz gut und der Flügelverleih kam nach den Anfangsminuten nur selten in wirklich gefährliche Positionen.

Allerdings musste Schalke auch von Beginn einem Rückstand hinterher laufen, der als ungerecht empfunden wurde (völlig zurecht, die Red). Und weil Schalke noch nicht soweit ist, spielerisch mit Leipzig mitzuhalten, machten sie das Spiel physisch. Es wurden viele Zweikämpfe gesucht und diese körperlich und hart bestritten. Gegen Dortmund funktionierte das ja bereits ganz gut.

Geis als Zwergplanet

rbls04_geisGeis positionierte sich in dem Hexagon der Leipziger Verteidigung, bestehend aus 6ern, Flügelspieler und Angriff. Damit war er, wenn auch nicht überragend häufig am Ball, das Gravitationszentrum des Aufbauspiels. Die Flügelspieler Kolasinac & Schöpf sorgten für die Breite, die beiden 8er Bentaleb & Goretzka für die Tiefe. Somit war das Mittelfeld abgesteckt. Besetzt von Geis, ganz allein. Dabei war die vordere Reihe der Leipziger irgendwo zwischen Geis und der 3er Kette etwas vor dem Mittelkreis postiert. Sie setzten die 3er Kette erst spät und dann meist nur zaghaft unter Druck, um Geis, und damit das komplette Spielfeldzentrum, nicht zu entblößen. Gleichzeitig konnten sie nicht zu eng auf Geis ziehen, weil damit eine der Ecken des Mittelfeld-Sechsecks frei würde und die 3er Kette eine gute Anspielstation gehabt hätte.

Doch die Idee Geis deutlich höher aufzustellen als zuletzt war nicht nur passiver Natur. Denn wenn dieser den Ball bekam, hatte er meist recht viel Platz und konnte den Quarterback geben. Der Vergleich mit dem American Football war wohl selten passender, denn sobald er den Ball bekam schossen sie von allen Seiten auf ihn zu. Einen Blitz nennt man das im Football. Wenn die Verteidiger von ihren Gegenspieler lösten, konnten diese sich aber ihrerseits gut positionieren. So konnte Geis die Verwirrung nutzen, in der sich Leipzig umorientierte und seine Mitspieler bedienen. Dafür hatte er relativ viel Zeit, weil er ja allein auf weiter Flur war.

Einmal mehr zeigt Markus Weinzierl damit, dass es seine besondere Stärke ist, Spieler so einzubinden, dass deren Stärken zum Tragen kommen, deren Schwächen dagegen eher nicht. Johannes Geis kann hervorragende Verlagerungen und sonstige weite Pässe spielen auf die es hier ankam. Gleichzeitig hat er aber so seine Probleme unter Druck. Doch dadurch, dass er hier viel Platz hatte, hielt sich der Druck eher in Grenzen. Soweit das geht, jedenfalls, wenn man gegen ein Team mit der RedBull Philosophie spielt…

Kampf gegen den Ballbesitz

Auch Weinzierl möchte ja stark in die Zweikämpfe und überfallartig kontern, das was in der Bundesliga ja inzwischen sowieso zum Standard gehört. Vor dem Spiel sagte er, dass Leipzig am gefährlichsten sei, wenn sie nicht den Ball hätten. Die Frage sollte also sein, wer schafft es dem Gegner den Ball aufzudrängen, damit man selbst Kontern kann. Während Schalke in der ersten Halbzeit nur 50,5% Ballbesitz hatte, waren es in der zweiten Halbzeit stolze 53%. Und das zeigte sich im Spiel.

Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen. Hüben wie drüben wurde versucht zu kontern, doch die Bälle blieben meist irgendwo im Mittelfeld stecken. Es gab viele weite Bälle, die mehrere Reihen zu überspielen versuchten. Dann wurde auf den zweiten Ball gegangen. Zweikampf. Und dann entweder das gleiche weiter oder in die andere Richtung. Passerfolg war zweitranging, dass erklärt auch die niedrigen Quoten für Leute die sonst jeden Ball an den Mitspieler bringen, etwa Bentaleb 76,5% oder Goretzka 64,3%.

In der zweiten Halbzeit verlagerte sich das dann etwas, meiner Meinung nach versuchte Schalke jetzt zu sehr in die Zweikämpfe zu gehen. Leipzig gewann insgesamt 53,3% – unterdurchschnittlich. Trotzdem wurde das Spiel durch viele Fouls sehr zerfahren. Es gab viele Freistöße für Leipzig von denen ja einer zum Tor führte. Letztlich versuchte es Schalke ein bisschen mit der Brechstange, mit mäßigem Erfolg. Leipzig hatte wenige Probleme das abzuwehren.

Der Grund für all das war allerdings, dass Leipzig die Intensität erhöhte. Jetzt würde höher gepresst, besonders die Halbverteidiger wurden nun deutlich aggressiver unter Druck gesetzt. Bentaleb und Goretzka ließen sich jetzt zur Unterstützung mehr fallen. Dadurch konnte Schalke nicht mehr so kontern wie es wollte. Das Aufrücken gelang deutlich langsamer, zu träge für Leipzig. Dadurch musste Schalke wiederrum nach dem Aufrücken auch aggressiver ins Gegenpressing.

Es entwickelte sich also ein Spiel ganz nach Geschmack der Leipziger, die sich den Sieg trotz zwei geschenkter Tore und einer sehr ausgeglichenen Halbzeit in der zweiten Hälfte redlich verdienten.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Klar, Leipzig ist seit Jahren auf diesen Spielstil eingeimpft. Da kann Schalke nicht mal eben probieren das gleiche zu machen und zwar besser. Darum hätte sich Schalke meiner Meinung nach auf die eigenen Stärken besinnen müssen. Schalke hat ein unglaublich hohes Kreativpotenzial, brachte davon aber hier fast nichts auf die Straße. Die wenigen lichten Momente von Goretzka verpufften, Choupo-Moting und Meyer saßen meist irgendwo fest und Bentaleb beschränkte sich darauf Kolasinac zu füttern.

Hätte Schalke es besser geschafft in der zweiten Halbzeit über die eigene Pressingresistenz Ruhe ins Spiel zu bringen, hätte das alles ganz anders aussehen können. Stattdessen ließen sich die Knappen nervös machen. Höwedes spielte ein paar haarsträubende Fehlpässe, sonst einer der sichersten Passspieler auch unter Druck.

Geis spielte auch hier eine sonderrolle, weil er der vermutlich anfälligste Spieler für Gegnerdruck ist. In der zweiten Halbzeit stand er oft nicht gut und suchte weniger gute Lösungen, machte damit wiederrum seine Mitspieler nervös. Ich hätte ihn schon früh in der zweiten Halbzeit gegen Stambouli getauscht, der zwar der schlechtere Quarterback ist, aber besser mit Druck umgehen kann. Viel Platz hatte Geis jetzt eh nicht mehr, weil Leipzig umstellte und Forsberg jetzt immer zentraler agierte.

Alles in allem spielte Schalke eine gute Halbzeit und zeigte sich gefestigt, dass nicht mal so etwas wie das Drama um Werners Schwalbe sie aus der Spur brachte. Letztlich lernen wir drei Dinge. Erstens, dass Schalke noch einiges zu lernen hat, wenn es darum geht, wie mit starkem Gegnerdruck umzugehen ist. Das kann in den nächsten Runden der Europa League sehr wichtig werden und besonders auch nächste Woche gegen Leverkusen. Zweitens, dass es nicht von ungefähr kommt, dass Leipzig da oben steht. Die musst Du erstmal schlagen. Und Drittens, das Schalke gegen die drei potenziell stärksten Teams der Liga (Bayern, Dortmund, Leipzig) jeweils nicht chancenlos war.

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt.

Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

Kategorie: Spielbericht

Ein kurzer Blick auf das Déjà-vu.
FC Salzburg – FC Schalke 04, 2:0 »
« Kaugummi Kaue. FC Schalke 04 – SV Darmstadt 98, 3:1

7 Comments

  1. Danke für die Analyse…wie immer. Nichtsdestotrotz für mich das Spiel komplett ohne Aussage, abgesehen vielleicht von einer guten Moral. Das ärgert einfach am meisten, da ich gern das rein sportlich bessere Team herausgefunden hätte. Gehe gegen Köln in Rückstand und Du siehst quasi immer schlecht aus (da zählt für mich auch das Argument 2. Hz nivht)…das nervt – zusätzlich zu den fadenscheinlichen Interviews hinterher.

    • Ich finde ehrlich gesagt, dass das sportlich bessere Team gewonnen hat. Auch wenn man natürlich streiten kann, ob das sportlich bessere Team nicht auch hätte für Tore sorgen müssen, was es ja nunmal nicht tat.

  2. Apropos Geis und Spielverlagerungen. Davon gab es im gesamten Spiel meiner Meinung nach viel zu wenige. Das lag vor allem daran, dass Geis sich nicht gut positioniert hat, finde ich. Der war mir immer viel zu viel im Getümmel anstatt einen gescheiten Quarterback zu geben. Oder täusche ich mich da in meinen Erinnerungen an das Spiel?

    • Ich fand, wie oben beschrieben, eigentlich, dass das in der ersten Halbzeit noch halbwegs funktioniert hat. Aber als einziger zentraler Spieler mitten im Leipziger geflecht hat er’s natürlich auch schwer. Besonders, weil er ja nunmal sehr anfällig für Druck ist. Aber in der zweiten Halbzeit lief da gar nix mehr zusammen, das habe ich ähnlich gesehen.

  3. Vielen Dank für die sehr schnelle Analyse. Ich darf mich hier mal selbst zitieren (Kommentar zum Spiel gegen die Sauerland-Auswahl): „Am meisten Schwierigkeiten hatten sie bisher gegen agressiv pressende und dennoch kompakt stehende Mannschaften, wie Frankfurt und Köln. Insofern werden Freiburg und Brause Leipzig Härtetests und Gradmesser sein.“ Die Schwierigkeiten setzen sich gegen den Primus in der Kategorie fort. Überzeugend war das nicht, ob nur von der Ausführung her nicht oder schon vom Plan, da schwanke ich noch. Du schreibst (zu Leipzig): „Dabei steht die Mannschaft dermaßen eng und kompakt, dass nahezu überall auf dem Feld eine (teilweise deutliche) Überzahl hergestellt werden konnte.“ Das muss man insofern ergänzen als dass logischerweise die Überzahl nur in Ballnähe bestehen kann und nicht auf dem gesamten Feld. Wenn der kompakte Block genau so schnell sich wieder in Ballnähe schieben kann wie der Ball selber rollt (entweder weil man selber viel und schnell läuft oder weil der Gegner langsam spielt, das ist relativ), dann ist alles gut. Wenn das nicht gelingt, hat der Gegner viel Platz und Raum auf der (ehemals) ballfernen Seite. Das war wohl eine Seite des Weinzierl-Plans. In mehreren engen Situation auf einem Flügel wurde der Ball aus der Enge einfach mal auf die andere Seite gedrescht. Das musste nicht besonders genau sein, weil erst mal sowieso kein Leipziger in der Nähe ist (stehen ja alle kompakt in Ballnähe), d.h. es gibt für den annehmenden Spieler ein bisschen mehr Zeit und Raum für Ballkontrolle und das Einleiten eines Gegenangriffs. Das hat manchmal zu aussichtsreichen Situationen und echten Kontern geführt. Manchmal war es aber doch zu ungenau, und dann geht die Zeit flöten. Sowas hätte ich mir konsequenterweise öfters gewünscht, vielleicht hätte das die Leipziger verunsichert, weil es ja das Kernproblem ihres Spielansatzes offen legt (ich bilde mir ein, am Ende der ersten HZ ist so etwas geschehen zu haben).

    Die andere Idee war offenbar: Wir schenken den Leipzigern ihr tolles kompaktes Mittelfeld, spielen lange Bälle auf die Flügel, und wenn wir da die Bälle erobern, haben wir mit Bentaleb und Goretzka die spielstarken Leute gleich hoch und in Flügelnähe. Eigentlich das Gegenteil von Kompaktheit, sondern an allen Ecken (nur nicht in der Mitte) Leute stehen haben. Das ging nicht wirklich auf, weil a) Choupo und Meyer sind keine wirklichen Zielspieler, da brauch man eher einen Sandro Wagner b) wenn ich 3 IV habe, einen Geis in der Mitte, einen Aussen immer auf der anderen Seite, dann zähle ich maximal 5 Spieler, die ernsthaft am Angriff beteiligt sind. Ich verschenke quasi die halbe Mannschaft in der Offensive, und das bei dem spielerischen Potential? Deshalb wirkte das Ganze auch so als ob die Mannschaftsteile nicht wirklich zusammen passen. Irgendwie Schade, weil ich finde ein echt verbundenes zentrales Viereck mit Geis, Bentaleb, Goretzka und Meyer sollte doch auch einem kompakten Leipziger Mittelfeld zusetzen können. Ich sehe das an dem Punkt genau so wie Du. Wobei: Im Nachhinein ist man immer schlauer, und hätte (kurz mein Beitrag zum Thema Fahrradkette) Schöpf den Konter kurz vor der Pause konsequent durchgespielt, dann hätte ich gerne mal die Leipziger gesehen, wie sie selber das Spiel machen müssen, weil sie zurück liegen.

    Noch ein letzter wichtiger Punkt: Warum waren alle Standards der Leipziger saugefährlich und alle der Schalker unglaublich harmlos. Obwohl wir mit Geis einen starken Standard-Spieler haben und genug Kopfballstärke. Ich finde, da steckt noch viel Potential.

    • Erstmal Dir vielen Dank für Deine Kommentare immer. Eine echte Bereicherung für Halbfeldflanke.

      Die Sicherheit in Befreiungssituationen fehlte völlig, das hast Du sauber hergeleitet, ich stimme voll zu. Prinzipiell habe ich das mit fehlender Pressingresistenz nur kurz angerissen. Dass Schalke offensiv nicht Kompakt war, liegt ja in der Natur der Sache. Offensiv hätte ich ja immer gern Platz und versuche meinen Gegner so auseinander zu ziehen. Aber, dass so wenig Spieler nach vorne zogen habe ich in der zweiten Halbzeit als schwerwiegender gesehen als in der ersten. Schalke stand tiefer und traute sich erst spät nach vorn, dadurch fehlte es dort aber natürlich. In der ersten Halbzeit kam man noch halbwegs nach vorne, hinterher nicht mehr wirklich. Wie hast Du das gesehen?

      Standards kann Schalke nicht. Konnte Schalke noch nie. Das ist der Fluch. Dafür sind wir geil. 😉

      • Leider habe ich das Spiel nicht aufgenommen und kann es nicht mehr nachprüfen (ich versuche es weiter unten mal über Zahlen). Ich glaube aber, dass das Auseinanderklaffen der Mannschaftsteile schon in der ersten Halbzeit zu sehen war. Wir hatten hier die nette Dreierkette, in der Mitte den Geis, auf den Seiten die Außen plus jeweiliger Achter und vorne Choupo und Meyer, hübsch jeder an seinem Ort, aber eine Verbindung war das nicht. In der zweiten Halbzeit ist die Verunsicherung in der Dreierkette wegen des Presssings noch hinzugekommen. Aber nehmen wir Goretzka: 15 Pässe, selbst wenn wir seine 8 Fehlpässe dazu nehmen, sind wir bei 23 Pässen über 90 Minuten. Das heisst für mich, der hat als 8er gar nicht mitgespielt. Meyer macht 20 Pässe. Da habe ich doch Potential verschenkt. Zum Vergleich gegen Wolfsburg Goretzka mit 47, Meyer mit 36 Pässen. Du hast recht mit dem Auseinanderziehen in der Offensive, zumindest ist das (anscheinend) die Philosophie von Weinzierl, den gesamten Platz, insbesondere die Außen, stark zu nutzen. Spricht auch gar nichts dagegegen. Aber gerade dann stellt sich die Frage, wie ich die Teile miteinander verbinde. So ganz ohne Präsenz in der Mitte wird das schwierig, geht dann nur über lange Bälle, aber wie wird nachgerückt (es sei denn mein Verein heisst Darmstadt und alle anderen Optionen fallen weg, weil ich spielerisch zu schwach bin)? Das ist in den letzten Spielen deutlich besser gelungen und lag nicht nur am exzellenten Pressing des Gegners, sondern an der prinzipiellen Ausrichtung der beiden Achter, die jeweils weiter weg vom 6er waren und stärker am Flügel und weiter vorne als in den anderen Spielen in der (offensiven) 3-1-4-2-Formation.

        Die einzig gute Phase hatte Schalke am Ende der ersten Halbzeit, als die Verlagerungen schnell genug waren, um (wie oben beschrieben) Konterräume zu schaffen. Da kam offensive Dynamik ins Spiel, damit auch wieder die Verbindungen, und da ist Schalke mittlerweile gut genug, um selbst ein superkompaktes Leipzig in Unordnung zu bringen. Leider haben sie diese Ansätze in der Kabine gelassen.

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