Halbfeld­flanke

Analyse 2015/2016:
Die Breitenreiter Saison

Die Saison 2015/2016 war die Saison des André Breitenreiter. Es gab viel Hoffnung und eine hohe Punkteausbeute zu Beginn. Das ganze verflüchtigte sich aber nach und nach, weil es zu wenig Struktur gab. Insgesamt war es eine Saison die unter dem faden Beigeschmack eines Transfers stand und in der die Mannschaftlichen Abstimmungsprobleme nie ganz beseitigt werden konnten. Der Teufel steckt ja aber im Detail und darum das Ganze mal in sehr Ausführlich.

Breitenreiter übernahm eine Mannschaft die von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde und versprach vieles zu ändern. Das offiziell ausgerufene Saison-Ziel war die Fans wieder zu begeistern. Der Cheftrainer wirkte bei Dienstantritt souveräner in der Kommunikation nach außen als seine Vorgänger und versprach einen neuen Spielstil. Schalke soll sich durch hohe Intensität auszeichnen und ein aggressives Pressing spielen. Die Spieler sollen Bewegungsfreude ausstrahlen und jedem Fan soll auffallen, dass sie sich „den Arsch aufreißen“. Außerdem wolle man irgendwie doch auch gern wieder International spielen.

Alle diese Ziele wurden erreicht. Nur leider zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Und nur die Minderheit über einen längeren Zeitraum. Insgesamt lässt sich die Saison in 4 Phasen unterteilen. Lassen wir sie in einer kleinen Rückschau nochmal Revue passieren und gucken wie sich die und was sich in der Mannschaft entwickelt hat. Anschließend gehe ich auf das Hauptproblem und dessen Auswirkung auf das Spiel von Schalke 04 ein.

Phase 1: Draxler Fokus

Schon in Testspielen zeichnete sich früh eine Spielweise ab, die Julian Draxler wie auf den Leib geschrieben schien. Schnell und vertikal, über die Flügel mit starkem Zug zum Tor. Und so blühte auch eben dieser Julian Draxler besonders in dieser Phase sehr auf.

Schalke spielte hauptsächlich ein 4-2-2-2, die Flügelspieler Choupo-Moting (rechts) und Draxler (links) machten mächtig Meter und im Sturmzentrum versuchten Di Santo und Huntelaar Bälle zu behaupten, Gegner zu binden und den Ball ins Tor zu befördern, oder den Weg dafür frei zu machen. Insgesamt sah das schon sehr nach dem aus, was Breitenreiter alles versprochen hat. Das Pressing war zwar noch ein bisschen holprig, aber der hohe Einsatz begeisterte die Fans in dieser Zeit. Schnelles Umschaltspiel, schnell über die Flügel nach vorne, schnelle Hereingabe, schneller Abschluss. Das war keine Revolution auf dem Rasen, aber es funktionierte und dem Publikum gefiel‘s.

Der Saisonauftakt gegen Duisburg (5:0) gelang dann auch auffallend gut. Ebenso war der Einstieg in die Bundesliga gegen Bremen (3:0) ein voller Erfolg. Natürlich blieben die Ergebnisse nicht so hoch, das Gros der Schalker bescheinigte der Mannschaft aber zumindest den passenden Einsatz. Und das weit über diese Phase hinaus.

Das Ende dieser Phase war das größte Paradox der Karriere von Horst Heldt als Vorstand Sport und Kommunikation: Der Verkauf Julian Draxlers. Zum einen brachte dieser einen ganzen Haufen Geld ein, zum anderen entzog dieser Transfer dem Trainer die Basis seines Spiels und eine passende Alternative wurde gleichzeitig nicht geboten. Breitenreiter machte seinem Frust entsprechend auch öffentlich Luft und musste ob der Kurzfristigkeit reagieren. Er brachte Max Meyer auf dem linken Flügel gegen Mainz (2:1). Das funktionierte zwar sogar, schien aber sehr improvisiert. Breitenreiter musste umbauen…

Phase 2: Umbauarbeiten

Den nötigen Umbau nur auf den Verkauf Draxlers zu reduzieren wäre zu einfach. Schalke war auch dabei zu einem One-Trick-Pony zu werden. Das Zentrum ließ Schalke verwaisen und generell nichts mit dem Ball anzufangen. Sobald sich der Gegner einigelte hatte Schalke große Probleme. Außerdem war das Spiel über die Flügel relativ leicht zu verteidigen.

Breitenreiter zeigte immer wieder, über die komplette Saison, dass er Gegner gut analysieren kann und zeigte schlaue Anpassungen. Diese Phase der Saison definierte sich dadurch, dass Schalke sich nicht nur an dem Gegner anzupassen versuchte, sondern komplett auf ihn einstellte. Typischerweise hat eine Mannschaft einen Spielstil und passt diesen an die Stärken und Schwächen der Gegner an. Schalke war aber noch auf der Suche nach einem eigenen Spielstil. Breitenreiter versuchte die Mannschaft immer wieder komplett einzustellen und gleichzeitig einen Spielstil zu finden, der zu Schalke passte.

Viele Telefonnummern waren dabei, 4-1-4-1 und 4-3-3 und 4-2-3-1 und 5-4-1 und viel dazwischen… Letztlich suchte Breitenreiter nach den besten Einsatzmöglichkeiten seines Personals. Besonders die 6er Variationen in der Europa League (z.B. gegen Asteras Tripoli, 4:0) und während der Sperre von Geis (z.B. gegen Ingolstadt 1:1) zeigten das deutlich. Letztlich ging es um den Spielaufbau, der zu Saisonbeginn extrem einfach gestrickt war. Da hieß es: Geis bekommt Ball, schlägt ihn weit und Diagonal auf einen Flügelspieler. Spielaufbau ist ein großes Wort dafür. Breitenreiter versuchte jetzt einen richtigen strukturierten Spielaufbau zu entwickeln.

Geis fehlt die Pressingresistenz und das Verständnis für Räume um hier weiterhin den Schlüsselspieler geben zu können. Darum leitete Breitenreiter das Aufbauspiel komplett über die Außenverteidiger über die Flügel. Anschließend sollte das Spiel wieder etwas mehr ins Zentrum gebracht werden. Hier kamen Goretzka und Meyer immer besser dazu ihre eigenen Stärken auszuspielen.

Es sei natürlich noch erwähnt, dass Leroy Sané ausgezeichnet zum ursprünglichen System Breitenreiters passte, weil seine Spielweise der Draxlers nicht unähnlich ist. Mit mehr Tempo, dafür weniger Technik.

Phase 3: Der Schalke Stil

Schon zum Ende der Hinrunde etablierte sich ein Schalke Stil, der den Rest der Saison seine Gültigkeit behalten sollte. Im Großen und Ganzen zog Breitenreiter eine Spitze zurück um das Mittelfeld zu stärken und brachte seine Mannen dazu dies zu nutzen (siehe auch Hinrunden-Fazit). Er ließ den Spielaufbau jetzt nur noch für Konter über Geis diagonal nach vorne spielen. Der Rest ging über einen der Außenverteidiger entweder zurück ins Zentrum zum 8er oder steil spielen.
Das vielleicht spielstärkste Innenverteidiger-Duo der Liga, Matip und Neustädter, fanden eigentlich immer die passenden Lösungen, leiteten den Aufbau gut ein und Schalke kommt souverän in die gegnerische Spielfeldhälfte.

Zu Kontern funktionierte nicht mehr ganz so gut, weil Breitenreiter die Defensive nicht entblößen wollte und ein paar Spieler mehr hinten ließ als zu Saisonbeginn. Außerdem wurde Schalke jetzt oft der Ballbesitz aufgedrückt. Strukturierte Angriffe waren aber ein Problem zu dem Breitenreiter noch keine Lösung hatte. Beides hatte verheerende Auswirkungen, denn schon die ganze Saison über hatte Schalke Probleme mit der Chancenverwertung. Und das sollte auch so bleiben.

Doch das Problem mit dem Ballbesitz war noch dramatischer, als dass Schalke nicht wusste wie daraus Tore generiert werden konnten. Schalke hatte Probleme in die Defensive umzuschalten. Es gab auch kein systematisches Gegenpressing. So fing sich Schalke immer wieder Kontertore. Sobald die defensive Grundordnung allerdings mal gefunden wurde, ließ Schalke nicht mehr viel zu. Besagte Innenverteidiger spielten eine großartige Saison.

Phase 4: Lethargie

Irgendwann im Laufe der Rückrunde schlug die Stimmung auf Schalke um. Es fällt schwer diese Phase zu datieren, es war wohl eher so ein schleichender Prozess. Das Spiel verlor mehr und mehr am Bewegungsdrang, Breitenreiter fühlte sich zunehmend in die Defensive gedrängt und Heldt war gekündigt. So eierte sich Schalke durch den Saison-Endspurt und belegte am Ende den 5. Platz.

Die Schwächen im Schalker Spiel wurden immer offensichtlicher und auch immer häufiger von Gegnern bespielt. Die Probleme mit dem Ball und ganz besonders im offensiven Drittel nahmen drastische Züge an. Dazu ging die Intensität verloren und im Angriff fehlte es an Bewegung. Immer wieder wirkte Schalke lethargisch, schied so etwa aus der Europa League aus (gegen Schachtar Donezk, 0:3).

Spätestens jetzt fehlte es der Anhängerschaft auch an Einsatzfreude. Es schien als trotteten die Spieler teilweise über den Platz. Zweikämpfe wurden häufig vermieden und das Tempo nach vorne fehlte häufig. Auch weil die Gegner die Stärken Schalkes immer besser verteidigten und die Schwächen bespielten.

Immer wieder zeigte Schalke temporär eine starke Leistung, konnte diese aber selten länger als eine Halbzeit halten. An einem Spiel ist all das Fest zu machen: Die Niederlage gegen Leverkusen (2:3). Eine Halbzeit mit viel Druck gezaubert und nach dem Seitenwechsel irgendwie alles in der Kabine vergessen.

Breitenreiter war dabei stets aktiv. Es gab die verschiedensten Formationsspiellereien, In-Game-Coaching und Systemanpassungen (bestes Beispiel gegen Borussia Mönchengladbach, 2:1). Langfristig geholfen hat davon nicht viel. Im Folgenden möchte ich auf die Problemzonen etwas genauer eingehen…

Die Probleme in der Breitenreitersaison

Die viel geschätzte Jugendarbeit Schalkes hat so seine Nachteile. Die Spieler können die Qualität nicht über eine ganze Saison stabil halten. Sané etwa hatte ein Loch in der Leistungskurve während der Rückrunde. Das ist aber normal, bei so jungen Spielern muss man davon sogar ausgehen.

Solche Qualitätsschwankungen konnten aber kaum aufgefangen werden, weil das Qualitätsgefälle sehr steil ist. Es gibt schon in einer ersten Mannschaft große Leistungsunterschiede, der Unterschied zur Bank ist noch drastischer. Ich persönlich spreche Geis und Højbjerg etwa die Qualität für einen Stammplatz bei einem Team des oberen Drittel der Bundesliga ab. Immer wieder waren die beiden auf dem Feld in Diskussionen verstrickt in denen ihnen von Mitspielern erklärt wurde wo sie zu stehen und was sie zu tun hätten.

Die Schalker hatten aber durchweg viele technische Mängel. Mein Lieblingsbeispiel sind Pässe. Die Grundregel „Spiel dahin wo ich hingehe, nicht wo ich jetzt gerade bin“ wurde mit schlichter Regelmäßigkeit ignoriert. So wurde das Tempo immer wieder verschleppt. Oft ging der Ball auch auf den falschen Fuß, wurde zu fest oder zu schwach gespielt, oder sonst wie, dass die Annahme und direkte Verwertung eigentlich unmöglich war. Das mag man als Kleinigkeiten abtun, aber Kleinigkeiten machen ja bekanntlich den Unterschied. Außerdem zeigt es, dass beim Training nicht auf sowas geachtet wurde.

Das Kern-Problem war jedoch die Abstimmung innerhalb der Mannschaft. Zu keiner Zeit der Saison war diese wirklich gut. Die Effekte daraus, die zu extremen Problemen im Schalker Spiel führten, betrafen die Offensive (Verhalten im Angriffsdrittel) und die Defensive (Pressing).

Kein Pressing

Das große Ganze war das Pressing. Das war, was Breitenreiter bei Dienstantritt versprach. Das war, was Schalke über die ganze Saison nie wirklich zeigte. Es gab zwar in einzelnen Spielen phasenweise ein gutes Pressing, das konnte aber selten aufrechterhalten werden. Der Grund war die dafür dringend nötige Abstimmung.

Immer wieder pressten einzelne Spieler, etwa Di Santos oder Caiçara, doch der Rest zog nicht mit. So lief der Argentinier etwa den Ballführenden an, drehte sich, nachdem er überspielt wurde, um, um mit dem Rückwärtspressing weiter zu machen, und wunderte sich, wieso denn niemand anders sich ebenfalls in Bewegung gesetzt hat. Dafür hat er jetzt natürlich ein Loch hinterlassen und wurde dafür kritisiert. Bei Caiçara gab es ähnliches Verhalten, die Löcher waren nur gefährlicher.

Meistens wurden die Gegner von Schalke angelaufen und begleitet, statt sie wirklich unter Druck zu setzen. Das Ziel war eher dem Gegner die Anspielstationen zu rauben, anstatt den Ball zu erobern. Das ist eine valide Strategie, erst recht für eine Mannschaft die mit Ballbesitz derart schlecht zurecht kommt. Aber das ist eben nicht das, was Breitenreiter erreichen wollte und versprochen hat.

Es lag an der Abstimmung. Pressing funktioniert nur im Kollektiv, wenn die Mannschaft nicht gemeinsam presst, gibt es Lücken die Gefährlich werden können. Das Kollektiv muss also wissen, wann es sich wie zu bewegen hat. In der Mannschaft gibt es allerdings zu viele Spieler in zentralen Positionen mit schlechtem Stellungsspiel (Geis, Højbjerg, Kolasinac). So werden Lücken im Pressing eher gefördert als vermieden.

Verhalten im Angriffsdrittel

In der Offensive, im letzten Spielfelddrittel, also um den gegnerischen Strafraum herum, hat Schalke improvisiert. Das wurde oft als Kritik angeführt. Die Mannschaft brauche doch einen Plan, hieß es häufig. Es gibt sicherlich Mannschaften, die hauptsächlich mit fertigen Spielzügen im gegnerischen Strafraum arbeiten. Das sind aber meist solche ohne viel kreative Qualität im Angriff. Schalke hat da prinzipiell eine ganze Menge zu bieten.

„Im offensiven Bereich lässt er uns sehr viel Freiheit. Dadurch können unsere kreativen Spieler eigene Ideen kreieren und für Überraschung sorgen.“
Roman Neustädter im Halbfeldflanke Interview

Die meisten großen Mannschaften spielen mit Freiheiten im letzten Drittel. So kann sich eine gut abgestimmte Mannschaft Torchancen erarbeiten. Daran haperte es aber bei Schalke. Immer wieder wirkte die Mannschaft Ideenlos und wusste nicht was tun. So wurde man fast nur durch Einzelaktionen wirklich gefährlich. Mal ein Doppelpass, geschenkt. Kombinationsspiel allerdings, Fehlanzeige.

Starke Abstimmungsprobleme ließen nicht mehr zu. Es zeigte sich immer wieder ein Muster, dass genau diese Probleme im Angriffsdrittel verdeutlicht.

Das Schalke Pattern

In so ziemlich jedem Spiel dieser Saison kam es zu einer oder mehreren Situationen nach diesem Muster. Und genaugenommen, auch schon in der Vorsaison. Und der Saison davor…

schalke-lethargieDabei befindet sich der Ball irgendwo auf dem Flügel, meist im Halbfeld, einiges an Offensivspielern macht sich bereit ein Tor zu schießen und wartet auf das Zuspiel. Blöd ist, dass der Ballführende dabei von einer Überzahl an Verteidigern auf dem Flügel isoliert wird und die Offensivspieler alle quasi im Tor stehen, wie an einer Kette aufgereiht. Natürlich umzingelt von Verteidigern. Aus so einer Situation kann also gar kein Tor entstehen.

Unterstützung für den Ballführenden gibt es nur selten. Ein Spieler im Mittelfeld kann vom Gegner auf einfachste Weise abgeschirmt werden. Auch eine Staffelung im Strafraum um die Verteidigung auszuspielen und eventuelle Zuspiele überhaupt möglich zu machen, gibt es nur selten. Die Verteidiger sind dabei ebenfalls stark isoliert und meist viel zu tief. So war das komplette Mittelfeld tot, der Angriff unerreichbar und die Verteidigung weit weg. Oft blieb dann nur ein weiter Ball zurück und das Spiel komplett neu aufbauen. Gern sogar direkt zu Fährmann. Oder natürlich eine Halbfeldflanke, die vom Gegner einfach aus der Luft gepflückt wird.

Was hier fehlte war Dynamik. Die Spieler vorne sollten nicht alle auf’s Tor schielen, sondern auf den Ball. Die Spieler hinten sollten nicht auf’s eigene Tor schielen sondern auf die Gegenspieler. Wenn die Mannschaft dann insgesamt die Räume besser aufteilen würde, käme es zu solchen Situationen nicht. Stattdessen ballen sie sich in Zonen die unnütz sind. Überzahl auf der gegnerischen Torlinie ist genauso unbrauchbar, wie vor dem eigenen Strafraum, wenn sich der Ball auf dem Flügel befindet.

Sehr langer Text, sehr kurzes Fazit

Ich glaube, dass sich die Mannschaft nie so richtig vom Verkauf Draxlers erholt hat. Die Auswirkungen und die Mühe mit den Umbauarbeiten strahlten weit in die Rückrunde hinein. Der dünne Kader und der Mangel an Verstärkungen durch Transfers (es kam wenig Erfahrung ins Team) machten das natürlich erst möglich. Ich glaube damit ist der Einfluss von Horst Heldt gut zusammengefasst.

Letztlich scheiterte André Breitenreiter, weil er es nicht dauerhaft schaffte, dass die Mannschaft als abgestimmte Einheit Fußball spielte. Die Konsequenz war fehlendes Pressing und eine akute Schwäche im Angriffsdrittel. Das war auch der Grund, warum Schalke mit dem Ball nichts anzufangen wusste. Kombinationsspiel gab es nur selten.

Ich bin gespannt wie’s nächste Saison wird…

Im Sommer werde ich die Europameisterschaft und das Olympische Fußball-Turnier aus Schalker Sicht ein bisschen beobachten. Außerdem hab ich auch noch ein paar andere Ideen für Beiträge. Und dann wird es natürlich einen Vorbericht zur neuen Saison mit neuem Trainer und Personal geben. Kommt also auch in der Sommerpause mal vorbei. Genießt den Sommer und esst nicht zuviel Eis. 😉

Karsten

Karsten ist auf Kohle geboren, in Europas weltschönstem Herten nämlich, der Stadt, die mal die höchste Fördermenge in Europa hatte. Aufgewachsen in einer Familie von Püttologen studierte er an der FH Gelsenkirchen irgendwas mit Computern. Später zog es ihn in die Ferne zu den Wikingern, wo ihm erst bewusst wurde, wie viel Ruhrpott in ihm steckt.

Nach hunderten von Herzklabastern, weil der elende Internetstream immer bei blau-weißen Torchancen abbrach, ist er als Doktor Labertasche wieder zurück in der Heimat (mit Dauerkarte in Block 5) und theoretisiert neben der Maloche den König Fußball. Weil aber seine Kumpels schnell davon genervt waren, verlagerte er das Ganze und gründete Halbfeldflanke zum Beginn der Saison 2013/2014.

Kategorie: Spiel & Spieler

Glückauf Pils Saison Rückschau » « Ein kurzer Blick auf FC Schalke 04 – FC Augsburg, 1:1

11 Comments

  1. Hammer Artikel! Weiter so, ich lese das echt gerne, weil man immer mehr dazulernt.
    Bin gespannt auf deine neuen Ideen.
    Grüße
    Benjamin

  2. Vielen Dank, nicht nur für diesen Beitrag, sondern für das gesammelte Analyse-Werk. Immer wieder lesenswert und macht neugierig auf das, was noch kommen soll und wird.

  3. Zeit DANKE zu sagen. Ist mir eine große Freude deine Analysen zu lesen .

    Ich teile übrigens Deine Auffassung zu Geis. Mag sein, dass man sich gedacht hat seine Vertikalbälle auf Draxler wären das was man noch braucht. Ein etwas eindimensionales Profil mit Blick auf den späteren Draxler Verkauf.
    Ansonsten aber frage ich mich wer den gescoutet hat. Überhaupt nicht in der Lage Bälle zu erobern und schwaches Stellungsspiel. Stärken im Passpiel und bei Standards.
    Bis auf letzteres nur mit sehr gutem Stellungsspiel hatten wir das doch genau so schon im Kader – mit Neustädter. Zu dem wiederum hätte ein guter Balleroberer gepasst. Der Busquets von Schalke…

    Glück Auf!

  4. Wie immer sehr tiefgreifende und zugleich zutreffende Analysen! Danke dafür!

  5. Blau und Weiß ein Leben lang

    16. Mai 2016 — 20:26

    Phantastische Analyse der Saison! Stimme dir in den meisten Punkte zu.
    Matip und Neustätter sehe iach allerdings lange nicht so positiv wie du. Matip hat bei allen Fähigkeiten, die du ihm hier bescheinigst, und die er unbestritten auch häufig gezeigt hat, leider auch immer wieder gravierende Aussetzer. Und eben diese Aussetzer machen ihn (leider) unberechenbar. Bei Neustätter sehe insbsondere sein Stellungsspiel als eher unterdurchschnittlich an. Viel zu oft war er einfach zu weit vom Gegner weg, als das er noch hätte eingreifen können.
    Geis hat meiner Meinung nach einen Knacks durch die Sperre nach dem Gladbachspiel bekommen. Bis dahin hat er m.M.n überragend gespielt, sowohl in der Spieleröffnung, als auch in der Defensivarbeit. Danach hat er leider nie wieder zu seiner alte Stärke zurückgefunden. Wenn er wieder in die Form vor der Sperr kommt, dann werden wir, so glaue ich, noch viel Freude mit ihm haben.
    Alles andere sehe ich genau so wie du.

  6. Blauweißer Anhaltiner

    17. Mai 2016 — 15:20

    Ich lese den Blog nun seit ca. 1,5 Jahren und muss die Analysen wirklich sehr loben! Vielen Dank dafür! Ich persönlich finde folgende 2 Probleme am wesentlichsten für den Schalker „Misserfolg“ der letzten Jahre. Zum Einen die Passivität und fehlende Aggressivität in der Defensive. Die 6er und Verteidiger sind im entscheidenden Moment immer zu weit weg und bedrängen den Ballführenden nicht aggressiv genug. Hier fehlte vor allem ein gestandener 6er bzw. Innenverteidiger als Abräumer (bspw. vom Typ Jermaine Jones). Zum Zweiten das nicht eingespielte Offensivspiel. Der letzte Pass kommt zu selten an. Es werden zu wenig Flanken zum Mittelstürmer geschlagen (hat zuletzt in der Saison 2011/2012 super geklappt – Zusammenspiel Huntelaar/Fuchs/Farfan, Huntelaar wurde Torschützenkönig). Das Stellungsspiel ist viel zu statisch und der Gegner kann sich immer schnell an unser Spiel anpassen und die Räume zustellen. Das Huntelaar einen zweiten gefährlichen Stürmer an seiner Seite gut gebrauchen kann, welcher die gegnerische Abwehr ablenken kann, hat man im Zusammenspiel mit Raul gesehen. Leider wurde mit Di Santo ein viel zu ähnlicher Spieltyp verpflichtet. Hier hätte das Spiel von Leroy Sanè mehr in die Mitte statt auf dem Flügel angepasst werden können + zusätzlichem Flügelspieler auf rechts, aber der wurde ja auch verkauft (Farfan). Das kann man noch so weiter führen. Mir war auch der Kader von Beginn an zu dünn. Schöpf oder Belhanda sind m.E. gute Spieler und hätten schon zu Saisonbeginn verpflichtet werden müssen auch wenn Draxler geblieben wäre (man muss ja auch mit Verletzungspech rechnen). Insgesamt muss ich leider sagen, dass Heldt und Breitenreiter trotz aller Sympathie ihre Arbeit nicht gut genug gemacht haben und zu recht ihre Koffer packen mussten. Von der kommenden Saison erwarte ich auch noch nicht allzu viel. Heidel muss sich erst an S04 gewöhnen und andersrum auch. Darüber hinaus halte ich Weinzierl für den falschen Trainer. Hoffentlich täusche ich mich. Glück auf!

  7. Auch ich schließe mich dem Dank der Vorredner an! Freue mich immer wieder, hier in Deinem Blog was über Taktik dazu zu lernen! 🙂

  8. Vielen Dank für die Analyse. Den Punkt “ Ich persönlich spreche Geis und Højbjerg etwa die Qualität für einen Stammplatz bei einem Team des oberen Drittel der Bundesliga ab.“ sehe ich anders, insbesondere bei Geis. Mir haben die sehr genauen Verlagerungen von Geis (beispielhaft die Vorbereitung des 3:1 durch di Santos in Köln), in den hellen Momenten das schöne bewegliche Spiel der zentralen Akteure (Meyer, Geis, und wahlweise Höjbjerg und Goretzka) gefallen. In den schlimmern Momenten war Geis im defensiven Hühnerhaufen das orientierungsloseste Huhn. Im übrigen ganz im Gegensatz zu den Kommentatoren hier hat mir Geis NACH seiner Sperre besser gefallen als vorher, weil er sich höher und verbindender bewegt hat als vorher (nur um auch mal eines der Positivbespiele Breitenreitenscher Entwicklungen zu nennen). Ich glaube, dass Weinzierl genau der richtige Trainer sein wird, um jemanden wie Geis zu sagen, wie er sich zu bewegen und zu agieren hat, defensiv wie offensiv. Und damit wird er ihn auf das nächste Level setzen. Ich wette, damit wird Geis sich zum Ende der kommenden Saison an den Rand der NM robben (sollte er von Verletzungen etc. verschont bleiben).

    • Der Herr Wieland hat gesagt, dass im Mittelfeld ein alter Hase fehlte, an dem sich alle anderen aufrichten konnten. Ich glaube das trifft’s ziemlich gut. Ich stimme Dir zu, dass Geis nicht nur Schatten war. Und auch Höjbjerg hat zum Saisonende auf der 6 auch nicht so schlecht gespielt. Vielleicht war es wirklich so, dass fehlende Erfahrung das ganze erst zu einem Hühnerhaufen hat verkommen lassen.

      Ob Geis jetzt tatsächlich aufblüht sehe ich davon abhängig, wem er an die Seite gestellt wird. Ich bin gespannt und freue mich sehr auf Weinzierl.

      • Bei Geis ist das Problem mMn, dass er mit Ball aus tieferer Position stärker ist, also eher den defensiven Part übernimmt, aber ihm ansonsten aktuell noch die Qualitäten für einen defensiven Sechser auf dem Niveau fehlen. Ich glaube eher nicht, dass Geis diesen Qualitätssprung noch macht.
        Ich bin auch gespannt, wie Weinzierl das ganze löst. Bei Augsburg hat er ja meistens eher im 4-1-4-1 gespielt. Da wäre für die Solo-Sechs im Schalker Kader eigentlich nur Neustädter geeignet. Und auf der Acht kann ich mir Geis nicht wirklich vorstellen, weil seine Inselbegabung mit den langen Verlagerungen dort nicht zur Geltung kommt.
        Falls es doch ein 4-2-3-1 gibt, bräuchte Geis (wenn er denn spielen sollte) wahrscheinlich noch einen anderen Partner. Die Kombination mit Goretzka hat ja nicht so gut funktioniert, und mit Neustädter als Partner wäre die Doppelsechs wahrscheinlich nicht mobil genug. Schalke soll ja angeblich an Kramer dran sein, den könnte ich mir sonst gut neben Geis vorstellen (das wäre aber auch wieder ein eher junger Spieler, was auch nicht optimal ist).
        Das ist aber natürlich alles Spekulation, und wie genau das hinterher alles aussehen soll, weiß im Moment wahrscheinlich noch nicht mal Weinzierl.

      • Schon ok. Es ist die Frage nach den Potential von Geis, nicht nach seiner letzten Performance, die einerseits zu schwankend war, andererseits defensiv zu schwach. Aber ich glaube, das das Defensive bei einem insgesamt gut ausgestatteten Fußballer leichter zu lernen ist, als zNB. Die Fähigkeit so genaue Verlagerungen zu spielen. Mit Kramer (was schlicht sensationell wäre) werden wir vielleicht eher die alte Bochumer Doppel sechs mit goretzka sehen.

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